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 Betreff des Beitrags: Invasion d. Harmonia axyridis a. d. Innerste
BeitragVerfasst: 30. Jun. 2008, 18:38 
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Liebe Freunde dieses Forums,

vorbehaltlich der Möglichkeit, auch selbst einmal einer Verwechslung mit dem Siebenpunkt, Coccinella septempunctata, zum Opfer gefallen zu sein, kann ich hier an der Innerste bei Hildesheim leider wohl mit Fug und Recht von einer beängstigenden Invasion des Harmonia axiridis sprechen. Nahezu an allem, was grün ist, sitzen dieses Frühjahr unzählbare Käfer, Larven und Puppen des ungebetenen Gastes! Das heißt, mit dem „Ungebeten“ ist das wohl so eine Sache: Vor einigen Jahren, nämlich, wurde der Käfer mit staatlicher Zustimmung in Gewächshäusern zwecks „natürlicher Schädlingsbekämpfung“ eingesetzt! Er sollte die Nutzpflanzen von ihren Blattläusen freihalten. Der Grundgedanke war gut, man wollte auf diese Weise den Einsatz „chemischer Keulen“ vermeiden. Es kam aber, wie es kommen musste: Heute finden wir den asiatischen Marienkäfer bereits bald überall in der freien Natur, und zwar nicht nur in der friedlichen Rolle des Schädlingsbekämpfers! Nachdem er den Weg nach draußen in die Natur bewältigte, macht er nun eine Massenvermehrung durch. Die Larven fressen nicht nur Blattläuse ( bis zu 270 Stück pro Tag), sondern auch die Larven unserer einheimischen Marienkäfer und andere Nützlinge! Längerfristig könnte das bedeuten, dass einheimische Arten verdrängt werden. Wie weit es sich auswirken wird, dass sich angeblich im Herbst Schwärme dieses Eindringlings an unseren reifen Früchte laben sollen, bleibt abzuwarten. Die Weinbauern, jedenfalls, sind bereits alarmiert: Der Käfer bedient sich nicht nur des Saftes dieser Früchte! Gelangen die Marienkäfer im Zuge der Weinlese mit in den Verarbeitungsbereich, so geht deren Hämolymphe mit in die Maische oder Most über. Dies kann zu beträchtlichen Einbußen hinsichtlich der Weinqualität führen!
Wie lange wird es dauern, bis es unseren Wald-, aber auch den vielen anderen Ameisen hier oder da an Honigtau mangeln wird, abgesehen einmal von allen anderen Nutzern des lebenswichtigen Honigtaus! Auch den Imkern wird dieser Mangel mit Sicherheit nicht gefallen können!
Ich will meine Ausführungen an dieser Stelle beenden; Sie können dieses und mehr z.B. in „Wikipedia – Asiatischer Marienkäfer“ nachlesen. Zeigen möchte ich jedoch noch einige Fotos, die alle hier an der Innerste entstanden, aber nicht allen Ameisenfreunden bekannt sein dürften. Besonders halte ich es nicht unbedingt für erforderlich, alle Farbnuancen noch einmal nachzuweisen, obschon diese ebenfalls dort auffindbar sind.

Ich werde Ihnen ein Foto der Larve; eines einer Larve während der letzten Häutung vor der Verpuppung; eine andere Larve fressende Larve des As. Marienkäfers; einen Käfer, der versucht, eine Mumienpuppe gleicher Art zu begatten.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittmer


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 Betreff des Beitrags: Invasion d. Harmonia axyridis an der Innerste
BeitragVerfasst: 03. Jul. 2008, 07:39 
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Wohnort: 31134 Hildesheim
Liebe Freunde dieses Forums,

noch vorgestern sah es hier an dem Flüsschen Innerste so aus, als könnte ich jetzt von einem Schlaraffenland für Spinnen (Kugelspinne, Enoplognatha ovata) sprechen: Verschiedentlich labten sie sich an den wohl mit Recht Besorgnis erregenden Asiatischen Marienkäfern - siehe Fotos. Gestern, dagegen, fand ich keine Fortsetzung dieser "Fressorgien" mehr vor.

Vielleicht lag das am sehr heißen Wetter, ich werde weiter beobachten.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittmer


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03. Jul. 2008, 10:03 
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Wohnort: Reinheim
Hallo Herr Dittmer,

Inzwischen habe ich den Eindruck, dass Harmonia axyridis entweder erhebliche Schwankungen der Populationsdichte erlebt, oder dass die Käfer ein "leer gefressenes" Gebiet auf dem Luftweg verlassen.

Im eigenen Garten, Nähe Darmstadt, hatte ich im Mai/Juni eine Massenvermehrung von H. axyridis. Man hatte praktisch immer 5-6 Larven oder Puppen im Blickfeld, wenn man auf eine Pflanze schaute.
Gleichzeitig gab es einige sehr stark verlauste Pflanzen (Holunder, Schlehe, Rosen).
Seit jetzt etwa einer Woche sehe ich keine Marienkäfer mehr. Aber auch keinerlei Blattläuse! Die waren schon früher "zurück gegangen".

So unerfreulich Blattlausbefall auf einigen Gartenpflanzen ist, so sind die Läuse doch ein äußerst wichtiges Glied in unseren Ökosystemen. Nahrung für Vogel-Nestlinge, für die bekannten "Blattlausräuber" usw.; dazu kommt der Honigtau als Nahrung für Bienen, Ameisen und viele andere Insekten.

Ich hatte schon mal angeregt, Beobachtungen zu posten, wenn ein negativer Effekt der Käfer bemerkbar wird, wenn also z.B. Honigbienen ungewöhnlich wenig Waldtracht einbringen. Dann würde es auch unseren Waldameisen nicht gut gehen!

Viele Grüße,
A. Buschinger

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!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Invasion des Harmonia axyridis
BeitragVerfasst: 09. Aug. 2008, 14:45 
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Lieber Herr Dr. Buschinger,

"Schlaraffenland" - unter diesem Titel berichtete ich im Frühjahr über die hiesige "Spendierfreudigkeit" verschiedener Phloemsaftsauger, beginnend im Spitzahorn, Holunder etc.. Ferner beobachtete ich eine Massenvermehrung des Harmonia axyridis entlang der Innerste mit plötzlichem Einbruch der Populationen von Saugern und den Asiat. Marienkäfern. Seit dem sehe ich zwar noch täglich einige Asiaten, aber nur noch selten Pflanzenläuse. Beispielsweise saß in 2007 das Indische Springkraut um diese Zeit und sehr viel später noch voller Läuse - in diesem Jahr findet man dort nicht einmal eine einzige mehr!
Nun stellt sich die Frage, ob das bereits Auswirkungen der Invasion von Harmonia axyridis sind, oder, ob die Ursachen anderer Art sind. Ein von mir am heutigen Tage befragter Imker, dessen Bienen in dem Beobachtungsbereich fliegen, hatte die Beobachtung gemacht, dass der Eintrag des "Blatthonigs" bereits im Vorjahr deutlich nachgelassen habe. Und in diesem Jahr hätte es anfangs sehr viel Honigtau gegeben, nach kurzer Zeit brach diese Tracht dann aber zusammen! Die Verbindung zum o.a. As. Marienkäfer kannte er noch nicht, er sah bis heute diesen also noch nicht als eine Gefahr an.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittmer

PS: Der selbe Text, allerdings mit einigen Fotos, ist auch unter ......sonstige Ameisen bei "Schlaraffenland" nachzulesen. Er passt hier und da dazu.

J.D.


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 Betreff des Beitrags: Invasion des Harmonia axyridis
BeitragVerfasst: 15. Okt. 2008, 08:04 
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Registriert: 19. Nov. 2006, 13:12
Beiträge: 122
Wohnort: 31134 Hildesheim
Liebe Freunde dieses Forums,

ich habe mich bemüht, auf die Probleme aufmerksam zu machen, die aus meiner Sicht als Folge der Invasion dieses so harmlos aussehenden Käfers entstehen können.
Aus Mails, die mich erreichen, werden diese Käfer aber tatsächlich oft als nette Bereicherung der Natur angesehen, nur gelegentlich stören sie, wenn sie sich in Wohnungen breit machen.
Nun habe ich einen Text zusammen gestellt, der in aller Kürze etwas Licht in diese Angelegenheit bringen soll:

Um die Sorge um eine nachhaltige Störung in der heimischen Natur etwas mehr zu verdeutlichen, soll im Folgenden auf die bereits entstandenen bzw. künftig möglichen Schäden eingegangen werden. In sehr gekürzter Form kann das etwa so aussehen:

Innerhalb unserer natürlichen Nahrungskette ist eigentlich alles aufeinander abgestimmt. Keine Tiergattung rottet die andere, also ihre „eigenen“ Beutetiere aus. Immer bleibt ein „Pool“ übrig als ausreichende Zukunftsvorsorge! Wenn nun, in diesem Falle der Asiatische Marienkäfer, ein an unsere Verhältnisse nicht angepasstes Fress- und Fortpflanzungsverhalten zeigt, dann kann es kritisch werden, das heißt, der Schwächere muss (leider oft unwiederbringlich!) weichen. Zum Beispiel verzehrt der Asiatische Marienkäfer durchschnittlich pro Tag ca. 100 – 270 Pflanzenläuse, „unserer“ dagegen nur einen Bruchteil davon! Hinzu kommt noch, dass der „Gast“ „unserem“ Marienkäfer noch die Brut auffrisst!
Die Blattläuse, die ein hiesiger Marienkäfer verzehrt, entsprechen immer etwas weniger als die Vermehrungsrate dieser Insekten ist.
Das Problem „Blattläuse“ ist bezüglich unserer angestammten Nahrungskette von besonderer Bedeutung, wenn man um ihren Nutzen bescheid weiß. Vorweg zunehmen ist dabei noch eine Klärung, die den Begriff „Blattläuse“ etwas präzisiert: Der Volksmund kennt unter diesem Begriff eine Vielzahl ähnlicher Insekten, die ich zusammengefasst als Pflanzensaftsauger bezeichnen möchte, dann treffe ich alle Beteiligten. Sie sind größtenteils Honigtauproduzenten, scheiden also einen zuckersüßen Stoff aus. Honigtau ist eigentlich Kot - aber gleichzeitig auch Nahrung für viele Insektenarten. Wissenschaftler sprechen von ca. 240 Arten, darunter Nützlingen wie Ameisen, Schlupfwespen, Raupenfliegen oder eben einfach solchen, die anderen Tieren als Nahrung dienen.
Viele Ameisenarten sind für ihr Fortbestehen von diesem Stoff sogar abhängig, sie benötigen ihn für sich selbst, die Königin (-nen) und die Brut als wichtige Nahrung.
Weitere Produkte aus den Pflanzensäften sind Wachsfäden, die in besonderen Drüsen entstehen und als Umhüllungen der Körperoberfläche als Schutz vor Angreifern dienen. Gemeint sind die bekannten Kokons, die bei vielen Insektenarten die sogenannten Puppen im letzten Entwicklungsstadium bis zum fertigen Tier schützen sollen.
Ihre Ernährungsbeziehung zu den Pflanzensaftsaugern bringt beiden Vorteile. Die Sauger liefern den Honigtau, im Gegenzug pflegen die Ameisen diese und schützen sie vor Feinden! Unter unseren heimischen Ameisen befinden sich ein großer Teil solcher, die in der Roten Liste der bedrohten Arten in Niedersachsen zu finden sind, die Hügel bauenden Waldameisen stehen seit ein paar Jahren unter besonderem Schutz! - Wichtig: unsere sogenannten und nicht immer angenehmen „Hausameisen“ gehören nicht mit zu diesen geschützten Gattungen!
Ameisen tragen in erheblichem Umfang zur Gesunderhaltung unserer leider „gebeutelten“ Wälder bei. Sie sind die ersten Tiere, die bei uns je unter Naturschutz gestellt wurden, und das war bereits vor mehr als 200 Jahren! Bereits damals hatte man den ungeheuren Nutzen dieser Tiere für die hiesigen Wälder erkannt.
Ferner stellen die Honigtauerzeuger ein wichtiges Nahrungsangebot dar: Viele Standvögel, ganz besonders die Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpfmeisen, Wintergoldhähnchen, Kleiber und Gartenbaumläufer suchen im Winter die Zweige, Borke usf. nach den Eiteppichen und anderen Entwicklungsstadien der Pflanzensauger ab und können somit gut überleben. Das ist natürlicher und somit gesunder als jede noch so gut gemeinte Winterfütterung durch uns Menschen selbst.
Diese, und viele weitere Vogelarten sind, oft im Verein mit den Ameisen, sehr tatkräftig in der Lage, das natürliche Gleichgewicht (Gesundheitspolizei des Waldes) aufrecht zu erhalten!
Aber, es geht nochweiter: Ameisen stellen als Teil der Nahrungskette selbstverständlich auch ihrerseits einen wertvollen Lieferanten tierischen Eiweißes dar. Es sei noch einmal an deren Wert als erste Nahrung im zeitigen Frühjahr für beispielsweise der Wachholderdrossel auf dem Flug in die Brutgebiete erinnert. Oder auch: verschiedene Spechtarten sind zur Aufzucht ihrer Jungen vom reichen Angebot von Ameisen abhängig, usw.! Erinnert sei an dieser Stelle ebenfalls an die fast ausschließliche Grundlage der Ernährung von Küken von Rebhuhn, Fasan, aber auch Birk- und Auerhuhn, zumindest in den ersten Tagen und Wochen.

Das alles und noch viel mehr fällt schon einmal weg, wenn Harmonia axyriridis ungebeten und schädlich sein Unwesen treibt. Denn natürliche Feinde hat der Käfer bei uns nicht, wenn auch gelegentlich einmal beobachtet wird, dass eine Spinne das Glück hatte, einen Käfer im Netz zu haben. Auch sind unsere sonst so nützlichen und unverzichtbaren Waldameisen als Gesundheitspolizei nicht in der Lage, diesem ungebetenen Gast Paroli zu bieten! Sie sind für Ameisen unangreifbar.

Diese, meist „in aller Stille“ vor sich gehenden Abläufe sind mindestens genau so wichtig, wie das, was wir täglich über Natur- und Umweltschutz in den Medien hören und lesen. Wie gesagt, spielt sich dieses jedoch im Stillen, viel zu oft Unbeachteten und daher Unbekannten ab!

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittmer






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 Betreff des Beitrags: Invasion des Harmonia axyridis
BeitragVerfasst: 19. Okt. 2008, 13:26 
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Registriert: 05. Dez. 2007, 16:19
Beiträge: 272
Wohnort: 34123 Kassel
Hallo Herr Dittmer,

ich selbst konnte im diesem Jahr erstmalig in Kassel, in meinen eigenen Hausgarten, den Asiatischen Marienkäfer in Massen beobachten.

Im Frühjahr waren der Zwetschgenbaum und zwei Süßkirschbäume stark von Blattläusen befallen, dann tauchten plötzlich hunderte von Marienkäferlarven auf. Ich war hocherfreut, dass ich einen biologischen Schädlingsbekämpfer in meinen Garten hatte. Was ich bis dahin nicht wußte, dass es der invasive Asiatische Marienkäfers handelte. Am Ende konnte man überall die Puppen des Marienkäfers finden, an der Baumrinde, an Ästen, Vogelnistkästen und auf Blättern, selbst an meinen Hummelnistkästen und an einer abgestellten Schubkarre, wie gesagt überall.

Folglich konnte ich in den ganzen Sommermonaten an keiner einzigen Pflanze im Garten Pflanzenläuse entdecken, oder auch nur feststellen.
Was die ganze Sache sehr bedenklich stimmt ist, keine Pflanzenläuse, keinen Honigtau mehr, sehr wenige Schwebfliegen (Florfliegen) und auffallend wenig Wespen. Könnte nicht der Asiatische Marienkäfer Schuld daran sein??? Was machen die Ameisen, da ja viele Arten von Ameisen abhängig von den Pflanzensaugern sind? Gehen sie zurück in ihrer Populaton? Viele Fragen werfen sich auf, man muss die ganze Sache im Auge behalten.

Also bei uns in Kassel ist der Käfer längst schon angekommen, die Presse, Kasseler EXTRA TIP, hat vor zwei Wochen groß darüber berichtet.

Gruß Karsten Grotstück


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 Betreff des Beitrags: Invasion des Harmonia axyridis
BeitragVerfasst: 20. Okt. 2008, 07:08 
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Hallo, Herr Grotstück,

ich befürchtete bereits, das Thema Harmonia axyridis würde "im Trubel anderer derzeitiger Probleme hängen bleiben!"
Um so erfreulicher ist es, jetzt auch von Ihnen zu hören (lesen!), dass Sie, wie wir hier, die Gefahren sehen, die aus derartigen leichtfertigen Gestattungen (Zulassung für die biolog. Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern) durch Behörden entstehen können. Ebenso ist es begrüßenswert, zu erfahren, dass sich Ihre Heimatzeitung ebenfalls dieses Themas angenommen hat.
Ich selbst war in der vergangenen Woche mit einer Reporterin meiner Heimatzeitung unterwegs, um mit ihr einen entsprechend fundierten Zeitungsbericht auf den Weg zu bringen.
Wir müssen versuchen, unsere Mitbürger zu sensibilisieren für unser Anliegen. Der Volksmund sieht den ungebetenen Gast größtenteils als
Bereicherung an und dazu passt ja auch der deutsche Name, der ihm liebevoller Weise verpasst wurde, nämlich "Harlekin".

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittmer


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BeitragVerfasst: 23. Okt. 2008, 15:43 
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Wohnort: Reinheim
In der FAZ vom 5. Mai 2008 war ein umfangreicher Bericht zu Harmonia axyridis:

http://www.faz.net/s/Rub80665A3C1FA14FB ... ntent.html

Über Sekundärfolgen durch Vernichtung der Blattläuse (Wegfall des Honigtaus) macht man sich in dem Artikel keine Gedanken.
In 2006 berichtete ich über Wespenflug an Kiefern mit Rindenläusen in meinem Garten bis in den Dezember:
http://www.ameisenschutzwarte.de/forum/ ... .php?t=387
In 2007 war das ebenso; allerdings habe ich nicht darüber geschrieben.
Jetzt in 2008 habe ich den ganzen Spätsommer und Herbst über an den beiden Kiefern nicht eine Pflanzenlaus mehr gesehen! Entsprechend kommen auch keine Wespen oder Schwebfliegen zu Besuch. (Am Kompost sind viele Wespen, v.a. an Apfelresten).

Solch ein Mangel an Pflanzenläusen kann natürliche Ursachen haben. Man darf die Beobachtungen eines Jahres noch nicht verallgemeinern. Aber sie stimmen doch nachdenklich. Der Asiatische Marienkäfer war jedenfalls von Frühjahr bis Herbst in meinem Garten dominierend.

Viele Grüße,
A. Buschinger

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BeitragVerfasst: 18. Nov. 2009, 18:46 
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Beiträge: 15
Guten Tag,

gibt es überhaupt eine Möglichkeit, diese asiatischen Marienkäfer wieder "wegzubringen"? Könnten sie durch natürliche Feinde (z.B. spinnen, Wespen, Hornissen etc.) GANZ ausgerottet werden?

mfg


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BeitragVerfasst: 18. Nov. 2009, 19:35 
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Wohnort: Reinheim
Kurz und bündig: NEIN!

Es ist bisher weltweit noch fast nirgends gelungen, einmal etablierte Neobionten wieder zu eliminieren. Die ganz wenigen Ausnahmen betreffen sehr kleine Inseln.

Harmonia axyridis könnte (! Konjunktiv!) sich in unsere Fauna integrieren. Nachdem in 2008 fast nur noch Harmonia zu sehen war, trat in 2009 der einheimische Siebenpunkt mancherorts wieder gleich häufig auf wie Harmonia.
Sichere Aussagen wird man erst nach vielen Jahren machen können.

Gruß,
A. Buschinger

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BeitragVerfasst: 18. Nov. 2009, 20:01 
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Beiträge: 15
Danke für die schnelle Antwort!
Gruß,
Julian Beier


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