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 Betreff des Beitrags: Ameisenverkauf in Zoohandlung! - Verkäufer total Unwissend
BeitragVerfasst: 18. Jul. 2008, 19:36 
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Registriert: 19. Mai. 2007, 15:11
Beiträge: 10
Wohnort: Klagenfurt (Kärnten, Österreich)
Heute habe ich bei einem Besuch in der Zoohandlung "Tomy's Zoo" in Klagenfurt entdeckt, dass seit neuesten dort Ameisen (ich tippe auf Camponotus, kann mich aber stark irren - in Bestimmung bin ich nicht gut und ich hatte wenig Zeit) mit fertig eingerichteten Becken verkauft werden.

Ich habe mich interessehalber mal dümmer gestellt als ich bin, um den Kenntnissstand der Verkäufer auszutesten - mir war schon vor dem Gespräch am Aussehen der Anlage klar, dass die wohl keine Ahnung von Ameisen haben.

Die Farm ist so klein wie ich noch keine gesehen habe - die ist wohl nicht größer als 10 cm hoch (wenn überhaupt) und sicher nicht mehr als 15 lang. Die Arena dürfte ähnliche Maße gehabt haben. Keine rote Folie, keine Ausbruchsicherung außer dem Deckel.
Die Gänge dürften übrigens irgendwie mit Gewalt vorher in die Farm getrieben worden sein (Die Ameisen wurden - vermute ich mal - einfach so draufgeschüttet, was ich aus ihrem Verhalten zu erkennen glaube)

Die Königinnen beider Farmen (die waren da schon drin mit 2-3 Arbeiterinnen, alles war fertig eingerichtet, mit Schläuchen verbunden...) saßen an der Oberfläche der Farmen. Brut konnte ich erstmal keine erkennen.

In dem dritten Becken, in dem die Farm bereits in der Arena integriert war, haben sich die Ameisen (laut Verkäufer wohl schon über 30, was ich eher bezweilfe - wie der sie gezählt haben will ist mir sowieso ein Rätsel) mitten in der vom Verkäufer so genannten Futterstation eingegraben - 0 Beobachtungsmöglichkeit für eventuelle Käufer.

Nun zum Gespräch selbst, ein paar nette Auszüge (Gedächtniszitate):

"Stimmt, die wachsen, hören aber damit auf wenn der Platz knapp wird"
"Ach schade, gerade eben ist die Königin da noch an der Oberfläche rumgerannt (Die Arena mit integrierter Farm war gemeint, Anm.), jetzt leider nicht mehr"

Mehr fällt mir gerade nicht mehr ein, irgendeinen Mist über Eier und Larven und das Füttern hat er mir auch noch erzählt.

Für mehr war leider keine Zeit mehr, hatte danach einen Termin... ich habe die Zoohandlung bisher in dem Glauben gelassen, ich hätte absolut keine Ahnung und muss mir eine entsprechende Reaktion erst überlegen. Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen nochmal hingehen, die Anlage ganz genau unter die Lupe nehmen und den Verkäufern ordentlicher auf den Zahn fühlen... weitere Informationen werde ich hier posten.


PS: Nebenbei, das Ganze war zwar in neutralen Verpackungen verpackt, sah aber doch stark nach Antstore aus, auch die Bezeichnungen der Waren lassen auf diesen Shop schließen... zumal ich dort auch schon PTFE von Antstore gesehen habe, vermute (!) ich mal dass die Sachen von dort beschafft wurden.

Die Zoohandlung ist zwar in Klagenfurt (Österreich), vielleicht ist dies aber auch für die Deutsche Ameisenschutzwarte interessant (in Österreich gibt es eine solche ja leider nicht).

_________________
Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber viele wissen nicht einmal das.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19. Jul. 2008, 12:54 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1440
Wohnort: Reinheim
Hallo chrizzy

Vielen Dank für den Hinweis, der ja vielleicht manchen vor einem unbedachten Kauf warnen kann.
Woher soll ein Zooladen-Verkäufer aber auch mehr über die Ware wissen als sein Lieferant?
Von den etablierten Ameisenhändlern geht doch ohnehin ein steter Strom von ungenauen oder falschen Angaben aus.

So verkauft ein Ameisenladen nach wie vor Tetramorium caespitum und hat (im Moment nicht lieferbar) Tetramorium impurum im Angebot. Im Ameisenwiki kann jeder, auch der Shopbetreiber, nachlesen, wie schwierig es ist, eine einheimische Tetramorium-Art als T. caespitum oder T. impurum oder als eine der 5 weiteren in Frage kommenden Arten zu bestimmen.

In den „Auctionen“ desselben Ladens kann ein Halter seine gebrauchten Diacamma rugosum als „mit Gyne, xx Arbeiterinnen“ anbieten, ohne dass ihn jemand aus dem Laden darauf hinweisen würde, dass es bei Diacamma keine Gynen (= geflügelte bzw. entflügelte Weibchen) gibt, sondern nur „Arbeiterinnen“, von denen eine als Gamergate begattet ist und die Eier legt.

Da werden Königinnen von einer Cataglyphis-Art verkauft, zu der der Händler selbst nicht sagen kann, ob diese claustral oder semiclaustral ihre Kolonien gründen (siehe Unterforum Ameisenhaltung hier).
Und so weiter….

Aber so lange es Leute gibt, die unklug genug sind, so etwas zu kaufen, so lange wird auch dieses Gewerbe blühen und gedeihen.

MfG
A. Buschinger

_________________
!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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