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 Betreff des Beitrags: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 13. Jun. 2018, 07:24 
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Hallo,

wir haben ein Haus gebaut und vor 1 1/2 Jahren bezogen. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir im Mai/Juni einige Ameisen im OG beobachtet, die zwischen Estrich und Wand (am Fliesensockel) reinkamen.

Dieses Jahr ist das Problem deutlich stärker und wir hatten daher vor einigen Tagen einen Techniker der Firma APEX zu Besuch. Er sagte das es sich um die schwarze Wegameise handelt und als Ursache ein Baumangel wahrscheinlich sei. Die Köderdosen die er aufgestellt hat (Imidacloprid 0,3 mg/g), scheinen die Ameisen aber zu ignorieren. In einem Zimmer (dort scheinen sie vorwiegend rauszukommen) haben wir heute Morgen ca. 50 bis 100 Ameisen, Arbeiter und geflügelte, beobachtet.

Haben Sie einen Tipp, wie wir die Plagegeister dauerhaft loswerden können? Der Techniker sagte, dass wenn die Köder nicht wirken, die Fliesen und der Estrich geöffnet werden müssten (das Haus ist komplett gefliest).

Wir sind für jeden Ratschlag dankbar!!!

Viele Grüße
Sabine


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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 13. Jun. 2018, 07:40 
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Beiträge: 1320
Wohnort: Reinheim
Hallo Babylon S,

Das Auftreten der Schwarzen Wegameise (Lasius niger) im Obergeschoss ist nicht ausgeschlossen, aber recht unwahrscheinlich. Dass Geflügelte im Zimmer auftauchen, spricht eher für Lasius brunneus ("Braune Holzameise") - Hier im „Problem-Forum“ sind viele Tipps, zu denen man natürlich auch einige Umstände und Bedingungen kennen muss, wie den ungefähren Ort (nächste Stadt z. B.), Bauweise des Hauses (Holzständer, Massivhaus o. Dgl.)
Hier habe ich gerade einige Hinweise gegeben, die bei einer Bekämpfung mit Fraßgiften etc. von Bedeutung sind:
viewtopic.php?p=7742#p7742

Falls Sie eine Bestimmung durch uns wünschen:
viewtopic.php?f=23&t=502 (Bei Einsendungen bitte beachten!)
Erst wenn die Art sicher bestimmt ist, kann man zutreffende Tipps geben.

MfG,
A. Buschinger

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!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 13. Jun. 2018, 08:56 
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Beiträge: 5
Hallo Herr Buschinger,

herzlichen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort. Wir werden gerne an den Landesverband BW einige Exemplare (Arbeiter) zu Bestimmung schicken.

Sollte es sich um die braune Holzameise handelt, wäre dann eine Lokalisierung/Öffnung des Nestes zu empfehlen und wie lokalisiert man das Nest wenn die Ameisen an mehreren Stellen durch die Silikonfugen am Fliesensockel kommen? Es handelt sich um einen Massivbau mit z.T. Leichtbauwänden (innen).

Sie schreiben in Ihrem sehr interessanten Artikel "...Befall durch Ameisen ist ein Indiz für Bauschäden/ Baufehler, die nicht von den Ameisen selbst verursacht werden!"
Gibt es Sachverständige, die dies verifizieren und attestieren können (Empfehlungen im Raum Heilbronn)? Da sich unser Haus noch in der Sachmangelhaftungsfrist befindet würden wir den Bauträger ggf. zu einer dauerhaften Mangelbeseitigung auffordern.

Vielen Dank im Voraus
Sabine (Babylon5)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 13. Jun. 2018, 15:53 
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Beiträge: 1320
Wohnort: Reinheim
Hallo Babylon5,

Der LV BW hat leider keinen "Bestimmer" angegeben. So würde eine Einsendung ohnehin an Herrn Heller oder mich weiter geleitet. Der schnellere Weg ist also, die Ameisen (möglichst mehrere Arbeiterinnen) direkt an mich zu senden:
A. Buschinger, Roßbergring 18, 64354 Reinheim.

Bausachverständige in Ihrer Region kenne ich nicht, wohne Nähe Darmstadt. Da sollte evtl. das Branchenverzeichnis helfen. Ich würde auch bei einer Firma vor einer Beauftragung erst anfragen, ob dort Ameisenbefall infolge von Bauschäden bereits bekannt ist. - Es sickert offenbar nur langsam in die Kreise von Sachverständigen sowie Schädlingsbekämpfern ein, dass es so etwas gibt!

MfG,
A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 13. Jun. 2018, 17:00 
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Registriert: 13. Jun. 2018, 07:01
Beiträge: 5
Hallo Herr Prof. Buschinger,

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich schicke Ihnen sehr gerne einige Arbeiterinnen zu.

Zunächst werde ich einen Bausachverständigen vom TÜV Süd fragen, den ich genannt bekommen habe.

Viele Grüße
„Babylon5“


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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus) / Las. brunne
BeitragVerfasst: 15. Jun. 2018, 12:19 
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Beiträge: 1320
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Hallo Sabine/ Babylon5,

Die Ameisen kamen heute mit der Post: Es ist (leider!) eindeutig Lasius brunneus, die "Braune Holzameise".

Eine Lokalisierung des Nestes (es sind oft mehrere Nestteile, über größere Bereich und mehrere Meter Entfernung verteilt!) ist von außen unmöglich. Zumindest kenne ich keine heute brauchbare Methode.
Ein Sachverständiger sollte prüfen, ob die befallenen Bereiche feucht werden können (von außen durch Regen oder von innen, Installation, Wasserdampf beim Duschen etc.), und klären, wie die Leichtbauwände aufgebaut sind.
Sollte es möglich sein, die Zugänge in die Wohnung und die Ausgänge ins Freie zu den Futterquellen (Sträucher, Bäume mit Pflanzenläusen, auch in mehreren Meter Abstand; werden auf verdeckten Laufwegen erreicht) mit Silikon zu schließen, könnte es helfen, durch einige dünne Bohrungen ein rasch wirkendes Insektizid einzublasen um die Ameisen abzutöten. Zugänge erst danach verschließen, damit der gesamte befallene Bereich "durchgespült" wird.

Evtl. wurde beim Bau ein alter Baum gerodet, oder z. B. ein Holzschuppen demontiert, in dem eine Kolonie gelebt hat? Dann könnte ein ganzes Volk sich einen neuen Nistplatz in der Hauswand gesucht haben. - Aber das zu wissen, hilft nicht weiter bei der Bekämpfung.

Nun kann ich nur wünschen, dass Baufachmann und ein engagierter Kammerjäger Ihnen helfen können, ohne die ganzen Fliesen wegzureißen!

MfG,
A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 15. Jun. 2018, 16:00 
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Registriert: 13. Jun. 2018, 07:01
Beiträge: 5
Hallo Herr Prof. Buschinger,

Sie hatten ja gleich befürchtet, dass es sich um die "Braune" handelt.

Ich hatte heute Nachmittag ein kurzes Gespräch mit dem Bauträger. Er will sich an einer Lösung aktiv beteiligen, obwohl es noch nicht "gutachterlich" bewiesen ist das ein Bauschaden/Baufehler für den Befall verantwortlich ist.

Die Zugänge in das Haus aufzuspüren scheint mir fast unmöglich. Bis auf einen Kiesstreifen ist die betroffene Hausseite (unterkellert und mit 2 Lichthöfen) gepflastert und ich habe keine Ahnung, wie wir da die Ameisenwege finden sollen.

Als erstes versuchen wir einen kompetenten Sachverständigen zu finden. Der angeschriebene Gutachter des TÜV Süd ist leider bis Ende kommender Woche in Urlaub.
Haben Sie vielleicht Empfehlungen, welche Schädlingsbekämpfungsfirmen Erfahrung mit Lasius brunneus haben?

Vielen Dank schon jetzt für Ihre wertvolle Hilfe. Wir werden Sie in jedem Fall auf dem Laufenden halten, wie es weiter geht.

"Babylon5" (Sabine)

P.S. Wir würden uns bei Ihnen, bzw. dem DASW gerne mit einer Spende bedanken. Könnten Sie mir bitte die Bankverbindung mitteilen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2018, 08:28 
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Beiträge: 1320
Wohnort: Reinheim
Hallo Sabine/ Babylon5,

Die Bankverbindung der DASW dürfen wir nicht mehr öffentlich posten, es gab Betrugsversuche!
Da ich aber Ihre E-Mail habe, schreibe ich Ihnen darüber die Bankdaten.

Schädlingsbekämpfer-Firmen mit Erfahrung mit dieser Art kenne ich leider nicht. Erfahrungen dürften viele haben, manche ohne es zu wissen, dank Fehlbestimmungen.
In der Regel wird halt mit Giftködern gearbeitet, Köderdosen oder einem Gel. Dass damit zuverlässig das ganze Voilk einschließlich Königin erreicht wird, bezweifle ich. Und das Nest wird damit nicht unbewohnbar gemacht, so dass nach Abbau/ Abklingen der Giftwirkung ein erneuter Befall möglich ist.

In diesem Thread :
viewtopic.php?f=22&t=2308&start=0
empfiehlt ein „Heinrich W.“ am 11. Juni Firmen, von denen „rentokil“ auch in Ihrer Region Niederlassungen haben dürfte.
Ich kann nur empfehlen, darauf zu achten, dass nicht nur die branchenübliche Ausbringung von Ködersubstanzen erfolgt.
Bemerkenswert: „Heinrich W.“ schreibt „Kein Spezial-Unternehmen wird sein Know-how im Internet preisgeben. Mit dem Unternehmen vereinbaren Sie einen Werkvertrag; der Erfolg der Maßnahmen ist Ihnen also geschuldet. Kein Erfolg, keine Zahlungsverpflichtung.“
Die Frage ist, ob die Firma sich auf ein entsprechend langes Zahlungsziel einlässt, etwa bis zum nächsten Frühjahr? ...

Vierle Grüße,
A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Was können wir tun? (Lasius niger im Haus)
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2018, 12:16 
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Registriert: 13. Jun. 2018, 07:01
Beiträge: 5
Hallo Herr Prof. Buschinger,

Vielen Dank für die konstruktive Antwort und Ihre Mail. Wir haben eben eine Spende als kleinen Dank für Ihre wertvolle Hilfe überwiesen.

Über den Fortgang unserer „Ameisen-Story“ werden wir berichten...

Viele Grüße
„Babylon5“


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