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 Betreff des Beitrags: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibung?
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2020, 14:25 
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ameisen.jpg [ 231.17 KiB | 3645-mal betrachtet ]
Hallo zusammen!
Wir haben ein sehr altes kleines Fachwerkhaus im Familienbesitz, mitten in der Natur, nur selten genutzt. Aus meiner Kindheit vor Jahrzehnten erinnere ich mich schon an immer wieder einige geflügelte Ameisen im Haus und immer einige aussen an der Fassade, auch die ein oder andere kleine Strasse aus dem Garten zum Haus. Es wurden immer mal wieder leichte halbherzige Vertreibungsversuche unternommen, z.B. mit Backpulver oder dem klassischen Ameisenköder aus dem Supermarkt, aber sie kamen immer wieder oder waren vielleicht auch nur mal einen Umweg gegangen und deshalb aus dem Blickfeld verschwunden. Durch die seltene und unregelmäßige Nutzung fehlen genaue Beobachtungen...
Über die Jahre wölbte sich eine mit Gipskarton verkleidete Innenwand immer weiter nach innen, auch damit lebte man ohne weiter darüber nachzudenken... Aber vor ca. 2 Jahren war das Dach am Schornstein neben der gewölbten Wand undicht, die Tapete schimmelte. Ich entfernte die geschimmelte Tapete und plötzlich war ich umringt von Ameisen. Meine Tapetenentfernung an dieser Wand störte offensichtlich ihre gewohnte Ruhe und sie kamen zu Hunderten gucken was da los ist. Ich untersuchte das Haus genauer von aussen... ganze Autobahnen ziehen sich aus dem ganzen Garten zum Haus, in alle Ritzen und Löcher. Die Balken und das Mauerwerk sind an vielen Stellen angefressen, alte Ausbesserungen sind komplett weggefressen. Die Vermutung liegt nahe, dass die ganze gewölbte Wand einem riesigen Nest Platz gemacht hat, nur von bisher unversehrten Gipskartonplatten gehalten.
Das Anwesen steht unter Denkmalschutz, das Haus hat offensichtlich massive Schäden in der Grundsubstanz und auf Dauer wird eine Restaurierung oder Neubau unausweichlich sein. Nicht sofort, aber in den nächsten Jahren. Nur, was mache ich mit den Ameisen? Ich habe nur schlechte Fotos und bin erst nächste Woche wieder dort, wohne knapp 4 Stunden entfernt. Ich wollte jetzt eine Fachfirma für nächste Woche suchen und bin dabei auf mehr und mehr Informationen gestossen und vor allem darauf, was man alles falsch machen kann.
Und da merke ich, das kann auch ein grosses Projekt werden... Am Liebsten würde ich das Volk umsiedeln, geht sowas überhaupt? Ich denke, es ist eine Lasius-Art. Ich hätte Zeit, auch 1,2,3 Jahre, solange das Haus nicht einstürzt und danach sieht es nicht aus. Die Innenwand muss eh raus. Ich denke, wenn man innen den Gipskarton entfernt/öffnet, dann liegt das Nest frei. Der Ausbeulung nach ist es mindestend 2 qm groß. Den pilgernden Ameisenmassen nach eher noch viel, viel größer und möglicherweise mehrere Ableger auch in den anderen Wänden.
Was für Informationen erhoffe ich mir hier im Forum nun? Eigentlich ist jeder Input willkommen... Kann ich den Ameisen irgendwie auf natürliche Weise beikommen? Umsiedelung oder Vertreibung? Bei einer Vertreibung sollen sie natürlich nicht in die anderen Gebäude einziehen... Gibt es Menschen/Firmen, die so etwas biologisch/natürlich machen? Wenn es doch die klassische Schädlingsbekämpfung sein muss, worauf sollte ich unbedingt achten? Ich nehme grundsätzlich lieber mehr Schaden am Gebäude in Kauf, dafür weniger Gift, auf keinen Fall ein Umweltgift!
Vielen Dank im Voraus für alle Anregungen, Meinungen, Informationen!
Liebe Grüße,
fiolina


Zuletzt geändert von fiolina am 16. Jun. 2020, 21:51, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2020, 14:58 
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Besser ein schlechtes Foto als gar keins. Noch besser: eine Probe einsenden. Sind die Ameisen glänzend schwarz?

Viele Grüße
G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2020, 20:53 
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Registriert: 16. Jun. 2020, 11:09
Beiträge: 3
Hallo G. Heller,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Sie sind ziemlich schwarz und aus der Erinnerung würde ich sie auch als glänzend bezeichnen, aber ich habe nicht dieses auffällige hell-durchsichtig gestreifte Abdomen registriert, wie in dem Wikipedia-Bild der glänzendschwarzen Holzameise....
Ich habe ein Bild eingefügt und es auch hier nochmal hinterlegt zum ranzoomen.
https://www.imagebanana.com/s/1789/Md2GhCIz.html
Viele Grüße,
fiolina


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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 17. Jun. 2020, 06:45 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 771
Hallo,

es ist L. fuliginosus. Das dachte ich mir schon aufgrund der Schilderung. Vertreiben können Sie die Tiere aus dem Haus nicht. Mit viel Idealismus können Sie versuchen, das Nest umzusiedeln. Die Art baut Kartonnester in Hohlräumen. Nach Wandöffnung muss man das ganze Gebilde in Boxen, deren Wände mit Fluon bestrichen sind, überführen. Am besten warten bis es wieder kalt ist ist und die Ameisen inaktiv sind.
Ich meine, dass hier im Forum ein Bericht ist von einer solchen Aktion.

Viele Grüße
G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 18. Jun. 2020, 09:00 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1440
Wohnort: Reinheim
Hallo fiolina,

Der Beschreibung nach befindet sich das Nest der Ameisen hinter der gewölbten Gipskartonwand.
Nach meinen Erfahrungen könnte das Wegnehmen (eines Teils) der Wand bereits das Volk zum Umzug bewegen!
Ich hatte vor Jahren den Fall, dass sich ein L. fuliginosus-Nest unter dem Bretterboden einer Gartenhütte eingenistet hatte. Die Hütte stand auf Stützen, etwa ½ bis ¾ m über dem Erdboden. Der Hohlraum unter dem Hüttenboden war rundum verbrettert. Ich hatte mir das angesehen und empfohlen 2-3 der Bretter zu entfernen, so dass der Hohlraum durchlüftet war. Das Volk ist umgehend abgezogen. Wohin, weiß ich allerdings nicht, evtl. in die nächste Gartenhütte?
Der normale Nistplatz der Art sind größere morsche Bäume oder Baumstubben. Wenn so etwas in der Nähe ist, besteht eine Chance, dass die Ameisen dorthin abwandern.
Natürlich kann es auch sein, dass das Volk dann in einem benachbarten Gebäude in ähnlichem Zustand einen geeigneten Nistplatz findet… Den müsste man dann auf ähnliche Weise für die Ameisen "unbrauchbar" machen.

Das Nest selbst hat übrigens Ähnlichkeit mit einem sehr grobporigen Schwamm. Es besteht aus Holzmehl, das mit Honigtau (den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Baumläusen) verklebt wird. Darin siedelt ein Pilz, der das Ganze stabilisiert. Das Holzmehl nagen die Ameisen wohl von Balken und anderem Holz des Gebäudes ab, weshalb solche Bauteile „zerfressen“ wirken.

Teil eines solchen Nestes (aus: fotocommunity)
Dateianhang:
Dateikommentar: Nest von Lasius fuliginosus
dieses-nest-der-glaenzend-schwarzen-holzameise-dendro-lasius-fuliginosus-3c016576-0b8d-4bb4-95a3-04d9917f3ccf.jpg
dieses-nest-der-glaenzend-schwarzen-holzameise-dendro-lasius-fuliginosus-3c016576-0b8d-4bb4-95a3-04d9917f3ccf.jpg [ 636.93 KiB | 3595-mal betrachtet ]

https://www.fotocommunity.de/photo/dies ... r/40953325

Viel Erfolg bei der Vertreibung!

A. Buschinger

_________________
!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 18. Jun. 2020, 20:24 
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Registriert: 16. Jun. 2020, 11:09
Beiträge: 3
Guten Abend!
Einen herzlichen Dank an Herrn Heller und Herrn Buschinger für die Hinweise und Infos. Mit den Stichwörtern im Gepäck habe ich mich nun einen Tag durch den Dschungel des www gekämpft und bin zu folgendem vorläufigen Ergebnis / Plan gekommen:
Ich werde mich dem Projekt erst einmal mit einer Mege Kieselgur, Raupenleim und japanischem Heilöl nähern.
Dies alles hauptsächlich, um die Nachbargebäude davor zu bewahren, als Nachwohnung auserkoren zu werden und um hoffentlich die Richtung der Umzugs-Karavane erst einmal aus dem Haus nach draussen zu lenken... wenn sie sich überhaupt in Bewegung setzen lässt.
Dann werde ich die Wand von innen öffnen und mir das Ausmaß mal ansehen.
Für den Ersteinsatz habe ich nur drei Tage, danach muss ich der Natur erstmal wieder alleine ihren Lauf lassen.
Ich hoffe nur, dass sie nicht auch in allen anderen Wänden, oder gar dem Fußboden und der Decke nisten.
Ich bin weiter offen für weitere Hinweise und Tipps!
Viele Grüße,
fiolina


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 Betreff des Beitrags: Re: Riesiges Nest seit Jahrzehnten... Umsiedelung, Vertreibu
BeitragVerfasst: 27. Jun. 2020, 12:55 
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Registriert: 27. Jun. 2020, 12:52
Beiträge: 1
Better a bad photo than none at all. Even better: send in a sample. Are the ants shiny black?

Best regards
Harry

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