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 Betreff des Beitrags: Suche Informationen zu Camponotus lateralis
BeitragVerfasst: 26. Sep. 2006, 14:06 
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Registriert: 16. Aug. 2006, 16:47
Beiträge: 16
Wie der Titel schon sagt, suche ich Informationen zu Camponotus lateralis.

Was ich bis jetzt an Informationen gefunden habe, ist mager und ob es stimmt weis ich nicht.

Es sind keine einheimischen Arten, sie sollen kleiner sein als C. h. und C. l., deren Volksstärke soll auch geringer sein und sie haben die Fähigkeit Nahrung im Gaster zu speichern (wie Honigtopfameisen).

Was mich interessiert ist:
Wie groß werden die Arbeiterinnen und die Kolonie?
Haben sie auch wie C. h. und C. l. Minor-, Media- und Majorarbeiterinnen?
Wie lange ist die Entwicklungszeit (so wie bei allen Camponotus 2 - 3 Monate oder falen sie wie C. vagus in die 6 Wochen rein)?
Verfügen sie tatsächlich über die Fähigkeit der Nahrungsspeicherung wie es die Honigtopfameisen machen?
Hält diese Art Winteruhe? Wenn ja wie lange?

gruß
benai


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. Sep. 2006, 08:46 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Hallo benai,

ob C. lateralis in Deutschland vorkommt, ist unklar. In einigen älteren faunistischen Arbeiten wird die Art genannt (z.B. am Kaiserstuhl). Da aber früher die Schwesterart C. piceus als Rasse von lateralis angesehen wurde, habe ich den Verdacht, dass sich die angeblichen lateralis-Fundorte auf piceus bezogen haben könnten. Beide Arten sind gut zu unterscheiden: piceus ist ganz schwarz, bei lateralis sind Kopf und Mesosoma rot. Auch nistet piceus ausschließlich im Boden, bei uns nur an heißen, trockenen Standorten. Lateralis bevorzugt, obwohl auch unter Steinen zu finden, Totholz. Im Mittelmeerraum ist er häufig in toten Halmen des Riesenschilfs zu finden.
Die Arbeiterinnen sind ca. 4 - 7 mm groß, haben also minor-, media- und major-Arbeiterinnen, wie andere Camponotus auch. Die Kolonien sind klein, ich denke, dass sie kaum 500 Individuen erreichen. In den Schilfhalmen fand ich oft Arbeiterinnen mit Brut aber ohne Königin. Demnach können sich die Völkchen mit Satellitennestern über mehrere Halme verteilen.
Zur Entwicklungszeit kann ich keine Angaben machen. Da diese nun mal wie bei allen Insekten temperaturabhängig ist, kommt es auf die herrschenden Standortbedingungen an. Da es im Verbreitungsgebiet von C. lateralis auch Winter gibt (in den Gebirgsregionen sogar strenge) hält die Art natürlich Winterruhe.
Die Fähigkeit Nahrung im Hinterleib zu speichern ist bei Ameisen weit verbreitet. Das tun auch die anderen Camponotus-Arten, wie man derzeit in der Natur z.B. beim Hochheben eines Neststeines von ligniperda sehen kann. Auch die Soldaten der bei Ameisenhaltern so beliebten Mittelmeerart Pheidole pallidula sind zumindest vom Spätsommer bis Frühjahr Speichertiere, wobei die Hinterleiber endlich mal so groß oder größer sind als die Köpfe. Insofern ist die Angabe, dass C. lateralis "Honigtöpfe" hat (so steht es sogar im Ameisenbuch von Stitz) richtig, was die Funktion betrifft. Es wäre natürlich falsch, wenn man daraus folgern würde, dass die Hinterleiber so ballonartig aufgebläht wären wie bei den richtigen Honigtopfameisen (Myrmecocystus).

Gruß
G. Heller


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BeitragVerfasst: 04. Okt. 2006, 20:45 
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Registriert: 16. Aug. 2006, 16:47
Beiträge: 16
Ich danke dir für die Informationen.

Hätte noch zwei Frage:

Orientieren sich alle Camponotus nach ihrer "inneren Uhr" um den Beginn und das Ende der Winterruhe zu erkennen?

Kann man eine genauere Dauer angeben wie lang die Winterruhe ist? (so wie bei einheimischen 5-6 Monate oder doch eher 3-4 Monate)

Achja zu dem Thema Nahrungsspeicherung im Gaster. Ich hab das mit den Honigtopfameisen nur angeführt, da ich ein Bild gesehen hab, wo mehrere C. lateralis mit einem stark gedehnten Gaster, Kopf runter hingen. (hat mich an die Honigtopfameisne erinnert)

gruß
benai


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BeitragVerfasst: 06. Okt. 2006, 19:04 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Hallo benai,

dass bei der Winterdiapause eine starke endogene Komponente beteiligt ist, wurde meines Wissens nur für C. ligniperda und herculeanus nachgewiesen (Hölldobler). Ich glaube kaum, dass es dazu Untersuchungen bei den anderen mittel- oder südeuropäischen Arten gibt. Bei der Dauer der Winterruhe von C. lateralis spielen sicher exogene Faktoren eine Rolle, wenn man die geographische und vertikale Verbreitung der Art bedenkt. Eine Kolonie in den Cevennen oder am Mont Ventoux (Südfrankreich), sagen wir mal in 800 m Höhe, wird länger diapausieren als eine auf Meeresniveau.

Gruß
G. Heller


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BeitragVerfasst: 07. Okt. 2006, 21:11 
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Registriert: 16. Aug. 2006, 16:47
Beiträge: 16
Danke. Eigentlich schade das es keine genaueren Untersuchung dazu gibt, wäre bestimmt interessant zu wissen, ob alle Camponotusarten über diese Fähigkeit verfügen.

Die Kolonie die ich bekommen soll stammt aus der Toskana (Italien).

Kann mir jemand sagen wie die Winterruhe bei diesen Tieren sein wird? (Kenne den Winter nicht in der Toskana, kann mir aber vorstellen das der nicht wirklich lange ist)

gruß
benai


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09. Okt. 2006, 16:50 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Hallo,

eigentlich habe ich es mir schon gedacht, dass die Fragen auf die Haltung der Tiere abgestellt sind. Warum so umständlich? Das Klima der Toscana braucht uns hier nicht sonderlich zu interessieren (an der Küste eben wintermild, und im Gebirge wird Wintersport getrieben).
Ich würde den lateralis zwischen November und Februar 3 Monate Winterruhe gönnen (Haltung bei 5 - 10° C) und dann nicht gleich kontinuierlich warm halten, sondern ca. die ersten beiden Wochen während der Nacht kühl stellen. Im Freiland vertragen die auch Frost, -10°C dürften ohne weiteres toleriert werden. Solchen Temperaturen sind Kolonien, die z.B. in toten Zweigen von Brombeeren etc. nisten, in höheren Lagen mit Sicherheit ausgesetzt.

Gruß
G. Helle


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09. Okt. 2006, 22:14 
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Registriert: 16. Aug. 2006, 16:47
Beiträge: 16
Ich wollte mich eigentlich nur über diese Art informieren.

Dann kam aber eins zum anderen und ich habe eine Kolonie angeboten bekommen und dann war der Drang stark diese Art auch zu halten.

Also lag ich mit meiner anfänglichen Schätzung von 3-4 Monaten doch recht gut.

gruß
benai


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