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 Betreff des Beitrags: More than one species of Messor harvester ants (Hymenoptera:
BeitragVerfasst: 22. Nov. 2006, 09:55 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
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More than one species of Messor harvester ants (Hymenoptera: Formicidae) in Central Europe

Nicht mehr ganz taufrisch aber noch aktuell genug ist die im Titel genannte Publikation (Schlick-Steiner & Steiner et al., Eur. Journ. Entomol. 103: 469-476, 2006), die ich kurz darstellen und kommentieren möchte.
Bisher nahm man an, dass in Mitteleuropa nur eine Art vorkommt, Messor structor, die bei uns nur vom Kaiserstuhl, Rheinhessen (Raum Mainz) und vom Mittelrhein bekannt ist.
Durch Analyse der Mitochondrien-DNA stellte sich heraus, dass die niederösterreichischen und tschechischen Messor einer anderen Art angehören, die morphologisch kaum von ihrer Schwester zu unterscheiden ist. Während Linie A (mutmaßlich der eigentliche M. structor) auch noch weit östlich (z.B. Schwarzmeerküste) vorkommt, scheint Linie B (die „neue“ Art) westlich nicht über Niederösterreich/Tschechien oder, weiter im Süden, über Slowenien hinaus vorzudringen.
(Kommentar: es bestehen zu große Beprobungslücken, besonders in Italien, um ein weiter westliches Vorkommen (italienische Adriaküste?) auszuschließen).
In ihrer Biologie scheinen sich die beiden Arten in einigen Punkten zu unterscheiden. Im Gegensatz zu den rheinischen Messor wurde bei den österreichischen bisher nie ein Schwarmflugverhalten beobachtet.
(Kommentar: Allerdings scheint dies auch bei den rheinischen keine wesentliche Rolle zu spielen. Intranidale Begattung, stetige Ergänzung des Königinnenbestandes einer Kolonie und Ausbreitung durch Ablegerbildung ist wohl der Normalfall. Möglicherweise kommt auch Adoption der umherwandernden entflügelten Jungweibchen in fremden Kolonien vor. Für eine claustrale Koloniegründung fehlt jeglicher Nachweis).
Die österreichischen Messor sind gegenüber Artgenossen selbst von weit entfernten Standorten tolerant (um den Begriff „unikolonial“ hier nicht zu strapazieren), während bei den rheinischen zwischen Nachbarkolonien Auseinandersetzungen beobachtet wurden.
Somit ist es wohl gerechtfertigt, von zwei bis nach Mitteleuropa verbreiteten Messor-Arten zu sprechen. (Eigentlich sind es ja sogar drei, wenn man noch das rätselhaft isolierte, nördliche Vorkommen von M. capitatus auf der Halbinsel Quiberon in der Bretagne in Betracht zieht, also in etwa auf dem Breitengrad von Freiburg i. Brsg., München oder Wien).


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