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 Betreff des Beitrags: Meine Köderversuche bei Lasius brunneus
BeitragVerfasst: 05. Feb. 2013, 14:19 
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Registriert: 05. Feb. 2013, 13:34
Beiträge: 2
Hallo,
ich habe schon seit über einem Jahr bei Euch sehr interessiert mitgelesen - tolle Seite.

Auch ich habe bereits seit einigen Jahren ein Ameisenproblem am und im Haus, bei dem ich Sie um Hilfe bitte:
Ich wohne in Krefeld bei Düsseldorf.
Meine Erachtens habe ich ein Ameisennest im Übergangsbereich von Kelleraußenwand/Terrasse/Garage. Dort verschwinden jedenfalls die Ameisen in den Ritzen.
Jedes Jahr in der zweiten Februarhälfte tauchen Sie zunächst im Haus auf und suchen Futter. Falls Sie Krümel finden, sind dann riesige Mengen an Ameisen da (Logisch!).
Nach etwa 14 Tagen ebbt die Invasion dann ab, ich denke, dann finden sie draußen mehr Futter. Über den Frühling und Sommer sind dann nur wenige Ameisen im Haus.
Mitte April und Anfang Mai sind dann die geflügelten Ameisen ausgeschwärmt.
Im Herbst habe ich dann nochmals etwa 14 Tage die Ameisen im Haus. Ich bin zunächst an einer Rasseklärung interessiert, um mir dann entsprechende Maßnahmen zu überlegen, da meine Köder im letzten Frühling ignoriert wurden.
Danke schonmal!
Grüße
Stuebbel
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 Betreff des Beitrags: Re: Ameisen im Haus - aber welche Rasse?
BeitragVerfasst: 07. Feb. 2013, 10:40 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Es ist Lasius brunneus, bei uns die häufigste Hausameise. Daher gibt es entsprechend viele Berichte und Informationen zur Bekämpfung hier im Forum. Vor April finden die Ameisen im Freien nichts. Die Zeit bis dahin ist also besonders günstig für eine Köderung.

Viele Grüße
G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Ameisen im Haus - aber welche Rasse?
BeitragVerfasst: 08. Mär. 2013, 11:56 
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Registriert: 05. Feb. 2013, 13:34
Beiträge: 2
Vielen Dank Herr Heller für Ihre Bestimmung meiner Ameisenart!

Ich habe inzwischen vieles hier im Forum über Lasius brunneus gelesen, da ich sie ja auch erfolgreich bekämpfen möchte.
Da ich letztes Jahr völlig erfolglos war, wollte ich es jetzt richtig angehen und erstmal die Rasse bestimmen und dann entsprechend reagieren.

Offensichtlich liegen bei mir klassische Lebensvoraussetzungen für Lasius brunneus vor.
Ich habe den Verdacht, dass sie meiner ausgebauten Garage leben und von dort zu Jahresanfang auf Futtersuche bis in unsere Küche vordringen. Die Garage ist vor ca. 40 Jahren ohne Unterkellerung mit einer Fußbodenheizung seitlich an das bestehende Haus angebaut worden. Ich gehe mal davon aus, dass entweder die Heizung eine gewisse Undichtigkeit aufweist, oder durch eine schadhafte Folie von außen Feuchtigkeit eindringen kann, so dass die Ameisen in der Isolierung unter der Heizung gut leben können.

Ich hatte auch vor den Saisonbeginn bis April zur Bekämpfung intensiv zu nutzen, da die Ameisen im Sommer für mich nicht sichtbar sind und genügend anderes Futter finden.

Um den 20. Februar habe ich die erste Ameise der Saison entdeckt.
Am 5. 3. habe ich einige Ameisen auf meinen Loxiranköder ansetzen können. Zunächst wurde meine Köderfalle ignoriert, aber nachdem ich den Ameisen einen Loxiran-Tropfen direkt in den Weg gelegt habe waren Sie plötzlich doch interessiert. Auch die Köderdose wurde nun benutzt.Den restlichen Nachmittag haben sich permanent mindestens 20 Ameisen davon gierig ernährt. Ich schätze, dass ca. 2ml Loxiran abtransportiert wurden.
Interessant, wie schnell ein paar Ameisen einen großen Tropfen Ködergift austrinken können. Ich musste mehrfach nachschenken.
Am 6. 3. habe ich an der Stelle noch einige Ameisen gesehen, aber sie haben das Ameisenmittel leider nicht mehr angerührt. Seitdem habe ich an dieser Stelle keine Ameisen mehr entdeckt.
Allerdings laufen vereinzelt noch Ameisen ca. 4m entfernt innen im Bereich der Terrassentür an der Südseite der Garage herum. Etwa dort wo ich im vergangenen Jahr auf der Außenseite die geflügelten Ameisen beim Schwärmen beobachtet habe.
Leider verschmähen die hier vereinzelt laufenden Ameisen meinen Loxiran-Giftköder bis heute (8.3.) komplett. Auch Honig, Marmelade, Zuckerwasser und Kinderwurst wurden nicht weiter beachtet.

Immerhin habe ich einen ersten Teilerfolg erzielt. Ich gehe allerdings davon aus, dass ich mehrere Nester unter meiner Fußbodenheizung habe.

Ich stelle mir daher derzeit einige Fragen: wie groß ist um diese Jahreszeit die Population von Lasius brunneus? Wird das eingebrachte Ködergift in die verschiedenen Teilnester verteilt? Warum ignorieren einige Ameisen alle angebotene Nahrung/Gift während zeitgleich andere sich darauf stürzen? Haben die Ameisen verschiedene Aufgaben? Gibt es eine bestimmte Tageszeit wo sie Futter aufnehmen? Gibt es eine Abhängigkeit zur Außentemperatur, damit sie den Köder benutzen?
Kann mir mit diesem Teilerfolg bereits ein entscheidender Schlag gegen die Plage gelungen sein?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Köderversuche bei Lasius brunneus
BeitragVerfasst: 09. Mär. 2013, 18:42 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Der Spinosad-Gehalt in Loxiran ist nach meinen Erfahrungen zu gering für eine zuverlässige Wirkung, besonders bei großen Kolonien. Wenn der Köder sehr gut angenommen wird und ein hoher Eintrag ins Nest erfolgt, wird aber sicher zumindest ein Teilerfolg erreicht. Es gibt aber auch Köder mit 0,8 g/kg (Aeroxon, Celaflor).
Zu Ihren Fragen:
Die Größe der Nestpopulation hat nichts mit der Jahreszeit, sondern mit dem Alter der Kolonie zu tun. Allerdings steigt die Einwohnerzahl ein paar Jahr nach Koloniegründung und dem Erreichen der Koloniereife nicht mehr weiter an.
Zwischen den Teilnestern einer Kolonie besteht Austausch
Weshalb ein Teil der Arbeiterinnen den Köder ignoriert, kann ich Ihnen nicht sagen. Oft handelt es sich nach Ködereinsatz um angeschlagene und umherirrende Tiere.
Bei Ameisen wie überhaupt bei sozialen Insekten herrscht Arbeitsteilung (z.B. ganz grob Innen- und Außendienst).
Es gibt durchaus artspezifische Unterschiede in den tageszeitlichen Aktivitäten. L. brunneus ist tag- und nachtaktiv, aber mit Präferenzen für die Nacht.
Bei Hausameisen spielt die Raumtemperatur ein Rolle bei der Nahrungssuche. Bei 20°C sind sie natürlich aktiver als bei 10°.

Viele Grüße
G. Heller


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