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 Betreff des Beitrags: Lasius brunneus im Haus
BeitragVerfasst: 08. Apr. 2013, 20:18 
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Registriert: 08. Apr. 2013, 16:39
Beiträge: 13
Guten Tag,

wir haben seit einigen Jahren immer wieder Ameisen im Haus und wollen das Problem nun etwas zielgerichteter angehen als bisher. Die Art hat Prof. Buschinger bereits anhand eingesandter Exemplare bestimmt, es handelt sich um Lasius brunneus. Vielen Dank dafür noch mal an Herrn Prof. Buschinger.

Zur Vorgeschichte: Erstmals bewusst wahrgenommen haben wir die Tierchen im Frühjahr 2010. Da waren plötzlich Ameisen in der Spülmaschine unterwegs. Es gab eine einfache Lösung, nämlich die Gerätetür nicht mehr nur anzulehnen, sondern richtig zu schließen, wenn dort schmutziges Geschirr zwischengelagert war. Danach war erst einmal für gut ein Jahr Ruhe. Im Mai/Juni 2011 dann ein plötzliches, massives Auftreten. Eine ganze Menge geflügelter Tiere und an vielen Stellen im Haus Ansammlungen von Arbeiterinnen. In der Küche unter den Schränken, unter dem Fuß einer Stehlampe, an Türrahmen, im Bad. Handelsübliche Köderdosen wurden nicht beachtet, der massive Einsatz der chemischen Keule aus der Spraydose (Blattanex-Spray, damals noch mit Wirkstoff Propoxur) an allen Stellen und in alle Ritzen, wo sich etwas bewegte, hat den Befall beendet, zumindest den sichtbaren Befall. Danach war wieder Ruhe, diesmal sogar fast zwei Jahre. Im gesamten Jahr 2012 sind nie Ameisen aufgefallen.

Seit ein paar Wochen sind nun wieder Ameisen im Haus. Kleine Trupps, 5 bis 10 Arbeiterinnen. Nachdem die von Hand aufgesammelt waren, ließen sich an dieser Stelle erst einmal keine Ameisen mehr sehen, dafür dann wieder ein neuer Trupp an anderer Stelle.

Ein Schwerpunkt war die Gästetoilette nebst Umgebung. Es traten zwar immer nur einzelne oder wenige Tiere auf, das aber fast täglich. Dort habe ich nun nach den Empfehlungen hier aus dem Forum Fipronil-Köder ausgebracht. Der Erfolg schien am Anfang auszubleiben, war dann aber durchschlagend. Am Samstagnachmittag wurden die Köder ausgelegt, bis Sonntag vormittag interessierte sich dafür keine Ameise, dann jedoch trafen hunderte Fresser an den Futterstellen ein.
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Das ging so bis in die Nacht von Sonntag auf Montag. Montag vormittag waren jede Menge Leichen und nur noch einige wenige lebende Ameisen am Werk. Seitdem wurde dort keine lebende Ameise mehr gesehen. Bei den Ködern handelte sich zum einen um die bekannte Leberwurstzubereitung mit Fipronil (siehe hier: http://www.ameisenschutzwarte.de/forum/ ... =23&t=1427) und zum anderen um Marmelade mit Fipronil. Dazu wurden die Marmeladen verwendet, die gerade sowieso offen waren. Etwas Aprikosen-Marmelade mit etwas Cassis-Marmelade und einem Löffel Celaflor-Granulat verrührt.
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Beide Köder wurden gut angenommen, die Marmeladenzubereitung eher sogar besser als die Leberwurstzubereitung. Auf dem Bild ist das gut zu sehen. Bei der "Fütterung" konnte festgestellt werden, wo die Tiere herkamen, nämlich aus Ritzen und Spalten im Mauerwerk, dort wo unter dem Waschbecken die Wasserleitungen aus der Wand kommen. Ich will nun dort noch ein paar Tage weiter Köder anbringen, obwohl sich hier inzwischen keine Ameise mehr blicken lässt.

Fragen an die Spezialisten: Die Wirkung war mir schon fast zu gründlich. Kann überhaupt davon ausgegangen werden, dass ausreichende Mengen Gift ins Nest gelangt sind, wenn bereits nach weniger als 24 Stunden alle Fresser tot waren? Außerdem, was ist davon zu halten, dort nach einigen Tagen auch noch ein Insektizid in die Ritzen zu sprühen, aus denen die Ameisen gekommen und in denen sie dann wieder verschwunden sind? Ich hätte ein Spray mit Imidacloprid zur Verfügung. Wäre das brauchbar?

Zweite Stelle mit Ameisenbefall ist der Ausgang vom Wohnzimmer zur Terrasse. Dort laufen seit einigen Tagen draußen an der Hauswand reichlich Ameisen herum und auch drinnen sind in diesem Bereich immer wieder einige anzutreffen. Ich habe dort nun draußen Köder angebracht (natürlich so unter einem alten umgestülpten Blumentopf platziert, dass weder unsere Katze noch Vögel oder andere Tiere herankommen können). Bis jetzt interessieren sich die Ameisen dafür noch nicht, aber das kann ja noch kommen. Ist so eine Beköderung im Außenbereich überhaupt sinnvoll? Oder gibt es dafür andere Empfehlungen?

So, das reicht erstmal für heute. Ich berichte weiter, wenn es Neuigkeiten gibt.

Viele Grüße
Reiner


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 Betreff des Beitrags: Re: Lasius brunneus im Haus
BeitragVerfasst: 09. Apr. 2013, 15:55 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 774
Hallo,

wenn der Köderbesuch, wie auf dem Bild zu sehen, in dieser Stärke über Stunden angedauert hat, ist sicher genügend Fipronil in die Kolonie gelangt. Arbeiterinnen die viel abbekommen haben sterben relativ rasch, wo wenig Wirkstoff angekommen ist, dauert es erheblich länger. In einem Fütterungsversuch, den ich vor längerer Zeit durchgeführt habe, kamen auf eine Ameise, die Fipronil-Köder erhalten hatte, ca. 30 Tote aufgrund der Futterverteilung. Allerdings zog sich die Mortalitätsphase über drei Wochen hin. Einen Spray-Einsatz halte ich für überflüssig.
Die Ameisen an der Außenwand sind doch wohl keine L. brunneus?

Viele Grüße
G. Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Lasius brunneus im Haus
BeitragVerfasst: 09. Apr. 2013, 21:32 
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Registriert: 08. Apr. 2013, 16:39
Beiträge: 13
Vielen Dank für die Hinweise.

Gerhard Heller hat geschrieben:
...Die Ameisen an der Außenwand sind doch wohl keine L. brunneus?...
Kann ich mangels Fachkenntnis nicht beurteilen, von weitem sehen sie für das laienhafte Auge aber ziemlich ähnlich aus. Genaueres nochmaliges und vergleichendes Hinschauen mit der Lupe ging heute auch nicht. Im Haus wurden keine mehr gesichtet :) , draußen heute auch nicht. Vielleicht war es mit 5- 7° C zu kalt, als in den letzten Tagen auf die fraglichen Stellen die Sonne schien, war es dort deutlich wärmer. An dem Köder außen waren auch keine Ameisen zu sehen.

Viele Grüße
Reiner


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 Betreff des Beitrags: Re: Lasius brunneus im Haus
BeitragVerfasst: 18. Apr. 2013, 21:29 
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Registriert: 08. Apr. 2013, 16:39
Beiträge: 13
Kleiner Lagebericht:

Seit 10 Tagen wurde nun im Haus keine Ameise mehr gesichtet. Die Behandlung hat also offenbar gründlich gewirkt. Wie nachhaltig das ist, wird sich zeigen.

Die Ameisen draußen waren keine L. brunneus. Etwas größer, durchgehend schwarz und das Nest ist im Garten im Boden. Dort dürfen sie gerne bleiben.

Viele Grüße
Reiner


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