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 Betreff des Beitrags: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 17. Jun. 2013, 18:57 
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Registriert: 10. Jun. 2013, 08:42
Beiträge: 9
Liebe Forumsmitglieder, Hallo Herr Buschinger,

da ich im Forum viele nützliche Informationen gefunden habe, möchte ich meine bisherigen Erfahrungen mit der Community teilen und auch im Verlauf berichten.

Die Ausgangssituation:
Wir haben Mitte April begonnen ein Einfamilienhaus zu renovieren. Direkte Lage an einem Wald. Viel war nicht zu tun, aber der Teppich musste raus und wurde durch Laminat ersetzt. Während des Einzugs Mitte Mai fielen erstmals in einer Ecke eines Zimmers in der 1.Etage Styroporhäufchen in einer Ecke des Raumes (je etwa 1,5m entlang der Wand, jeweils Außenwände) an den Sockelleisten auf. Nach Demontage konnte man einige wenige Ameisen entdecken.
Der Verlauf:
Nach einiger Recherche halte ich dem Verhalten und Aussehen nach L.brunneus für sehr wahrscheinlich. Köderdosen und andere Lockgegenstände wie Marmelade blieben ignoriert. Experimentieren mit Spinosad-Leberwurst fruchtete auch nicht. Die Ameisen blieben stets in der Rinne zwischen Laminat und Wand und verschwanden unter den Boden oder in der einliegenden Wellpappe an der Wand. Es wurden nun zunehmend mehr. Der Schädlingsbekämpfer war leider auch keine Hilfe. Ohne sich die Ameisen genau anzuschauen ließ er Methoprenköder (eigentlich für Pharaoameisen gedacht und wenn ich alles richtig verstehe bei Ameisen mit langen "Königinnenamtszeiten" eher nutzlos). Wenn er wiederkommen müsse, bringe er auch viel Gift mit...Auf die Frage nach baulichen Maßnahmen meinte er, das könne man vergessen. "So dicht bekommen Sie keine Wohnung."
Etwas demotiviert begann ich weiter zu experimentieren und zu beobachten. Wie im Forum beschrieben meidet L.brunneus freie Flächen, sodass ich versucht habe den Köder besser zu präsentieren. Entsprechend den Empfehlungen (Spinosad in geeigneter Dosierung oder Fipronil) habe ich eine Fipronilköderdose geöffnet.Inhalt war eine Art ködergetränktes Vlies. Dann habe ich in dieses Vlies getränkte Wattestäbchen direkt an die Ameisen in die Rinne eingebracht und vereinzelt nährten sich einige Individuen daran. Im nächsten Schritt habe ich dann das Vlies zerteilt und die Stücke entlang der Wand in dem Bereich, in dem sich die Ameisen bewegten, ausgelegt. Auch dieses wurde angenommen. Bei weitem nicht alle, es bildete sich auch keine riesige Straße, aber immerhin konnte man teils ca 5 Ameisen pro Stück sehen. Viele liefen aber auch daran vorbei und gingen anderer Wege, was die Demotivation weiter steigerte. Aber schon am nächsten Tag waren (zumindest gefühlt) weniger Ameisen im Gesamten zu sehen sowie vereinzelt verendete Individuen. Einen Tag weiter waren zum erstmals bei meiner Visite keine Ameisen zu sehen. Ich habe die styroporvertrockneten Köder gegen frische ausgetauscht und gewartet. Nach zwei weiteren Tagen habe ich bei einer längeren Visite insgesamt drei Aktivitäten beobachtet, alle an einem bestimmten Köderstück. Genaus dahinter befand sich durch die Bohrungen für die Sockelleisten ein etwas größeres Loch in der Wand. Ich habe noch einen Tag gewartet, damit die Ameisen Ihre Fracht ohne Störung ins vermeintliche Nest tragen können und anschließend das Loch mit Silikon verschlossen, den Köder weiter ausliegen lassen. Seit zwei Tagen sehe ich nun auch bei längeren Beobachtungen keine Ameisen mehr. Sollte ich noch einmal die Gelegenheit bekommen ein paar Individuen zu asservieren, würde ich Ihnen Herr Buschinger, diese gerne zur Bestimmung zukommen lassen.
Ich bin nun unsicher, ob ich einem bestehenden Nest einen ordentlich Schlag versetzt habe (der Beginn der Aktivitäten fing ja mit der natürlichen Aktionszeit an; vorher waren in der gesamten Zeit beim Verlegen des Bodens und der Leisten keine Ameisen zu sehen). Oder ob ich einer beginnenden Besiedlung mit einem Bohrloch als Eintrittspforte vorbeugen konnte...Was meinen Sie?
In jeden Fall habe ich für alle Leidensgenossen mein persönliches Resümee:
1) Bei L.brunneus hilft wie vielfach erwähnt nur Fipronil (oder Spinosad) sowie bauliche Maßnahmen oder die Radikalkur wie auch im Forum verlinkt durch einen richtigen Fachbetrieb (die Bohrlöcher-Gift-Variante) plus bauliche Maßnahmen. In jedem Fall sollte man sich bei der Wahl des Bekämpfers informieren und nicht unbedingt den nächsten verfügbaren beauftragen. Und die Hoffnung, dass da ein Wunderschamane kommt, der alles in kürzester Zeit erledigt aufgeben.
Wichtig in meiner Situation war, den Köder möglichst nah an die Ameisen heranzubringen, ohne dass diese ihre üblichen Wege verlassen mussten.
2) Nicht zu schnell demotivieren lassen und experimentieren und beobachten. Ich bin Stück für Stück meiner (zumindest momentan akzeptablen;ich weiß natürlich nicht, was die Zukunft bringt) Lösung näher gekommen. Und vielleicht habe ich sogar den (selbsfabrizierten) baulichen Mangel dadurch gefunden. Man muss eben Zeit investieren und sich kümmern, beobachten und ausprobieren.

Nun ist der Beitrag doch etwas länger geworden, aber ich hoffe, dass für einige Leidensgenossen etwas Nützliches dabei war, und dass ich auf diese Weise etwas von der Hilfestellung aus dem Forum zurückgeben konnte. Ich werde an dieser Stelle erneut Rückmeldung über den Verlauf geben. Für Hinweise und Anregungen und die Meinung von Herrn Buschinger bin ich natürlich dankbar.

Liebe Grüße und bis demnächst!


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht
BeitragVerfasst: 26. Jun. 2013, 18:56 
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Registriert: 10. Jun. 2013, 08:42
Beiträge: 9
Hallo,

vor etwa einer Woche waren plötzlich an einem Morgen wieder Ameisen da. Und zwar einige Geschlechtstiere und einige Jungtiere.Vornehmlich in den Morgenstunden aktiv, nachmittags war nichts mehr zu sehen. Es waren nicht wirklich viele, an den beiden Spitzentagen hab ich je 15-20 weggesaugt. Gestern und heute nur ganz vereinzelt. Dafür lagen gestern verstreut zahlreiche tote Ameisen (sowohl Geschlechtstiere wie Jungtiere als auch größere Arbeiterinnen). Auch tauchen sie nur noch an einer bestimmten Stelle aus dem Boden auf. Auch weiterhin keine Styropor-Abraum-Häufchen. Der ausliegende Köder war mittlerweile so vertrocknet, dass er eigentlich nutzlos gewesen sein muss. Wie passt das zusammen? Kann man daraus irgendwelche Rückschlüsse ziehen. Aussen um das Haus herum habe ich zu keiner Zeit geflügelte Tiere oder Ameisenstrassen gefunden.
Wie passt dies alles zusammen?Ist das typisch? Müssten nicht mehr geflügelte Tiere sichtbar sein. Und sterben diese nach kurzer Zeit von selbst? Tauchen Geschlechtstiere und Jungtiere immer gleichzeitig auf?
Anregungen oder Ideen sind gern willkommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht
BeitragVerfasst: 05. Jul. 2013, 07:39 
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Beiträge: 9
Hallo Herr Buschinger,
I
ch habe während der letzten Tage ein paar Exemplare sammeln können und lasse Ihnen diese zur Bestimmung zukommen,ich hoffe das in Ordnung.

Es treten im Moment fast nur (wenige) Geschlechtstiere in Erscheinung (5-10 am Morgen,manchmal auch noch einige über den Tag). Das Verhalten der Arbeiterinnen hat sich derart geändert,dass ich immer mal wieder eine einzelne quer über den Boden laufen sehe.Das war anfangs nicht zu beobachten.Auch liegen häufiger tote,teils zerkleinerte,Geschlechtstiere herum. Lebende Geschlechtstiere werden von meist einer Arbeiterin angegriffen und an einigen Tagen liegen Tote Arbeiterinnen herum. wie erwähnt lebende Arbeiterinnen sehr vereinzelt...


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht
BeitragVerfasst: 05. Jul. 2013, 18:32 
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Beiträge: 1381
Wohnort: Reinheim
Hallo Sven01,

Die zugesandten Ameisen sind Lasius brunneus.

Heute kam ein neuer Beitrag zu dieser Ameise: viewtopic.php?f=23&t=1829 siehe v. a. den 4. post darin!
Obwohl ich seit langer Zeit Vermutungen hinsichtlich der „Aktivitäten“ dieser Ameisen hatte, begründet durch ein paar einschlägige Beobachtungen, war ich erschrocken über das, was man da lesen kann!
Es wird Zeit, dass Architekten und Baufirmen, v. a. Hersteller von Fertighäusern, endlich zur Kenntnis nehmen, dass es solche Ameisen in Deutschland gibt, und dass man bei der Planung bereits darauf Rücksicht nehmen muss!

Mit freundlichen Grüßen,
A. Buschinger


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 08. Jul. 2013, 19:20 
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Registriert: 10. Jun. 2013, 08:42
Beiträge: 9
Hallo,

zunächst vielen Dank an Herrn Buschinger für die Bestimmung und den Link zu dem sehr interessanten Thread! Die Idee mit dem Endoskop finde ich sehr genial. So liegt man nicht zu sehr im Ungewissen, wenn man plant den Boden aufzunehmen...

Auf der Suche nach Baumängeln habe ich das Drainagesystem des Hauses gecheckt. So sind zwei komplett verschlossene Regenwasserableitungen auffällig geworden, welche durch Rückstau den Boden (bepflanzt) an einer Hauswand haben feucht werden lassen. Dies ist die Hausseite, an der auch die Ameisen zwei Stockwerke darüber in Erscheinung treten. Beim Freilegen des Fundamentes kamen mir bekanntes pulverisiertes Styropor entgegen, sodass ich glaube, den Zugangsweg gefunden zu haben.

Nun frage ich mich:

1) Könnte das Trockenlegen ausreichen (kombiniert mit Anköderung im Frühjahr) die Ameisen zu vertreiben?
2) Ist es schlüssig, dass zur Zeit fast ausschließlich gefügelte Tiere in Erscheinung treten?
3) Warum laufen jetzt vereinzelt Arbeiterinnen über den Boden (sie sind vorher nie aus der Rinne zwischen Wand und Boden herausgetreten)? Sind sie gestört?
4) Die Ameisen produzieren weiterhin keine Abraumhaufen (seit Beginn Fipronil Köderung). Auch kann man sie nicht mehr hören. Anfangs war beides massiv. Zufall oder Teilerfolg?

Die Idee mit dem Endoskop finde ich sehr gut. Ich scheue nicht, den Boden aufzunehmen, aber der Gedanke im ganzen Haus auf Verdacht eine Riesenbaustelle zu schaffen misfällt mir...

Ich werde mir parallel zu den Sanierungsarbeiten ein Endoskop besorgen und wieder berichten.

Für Hinweise und Antworten bin ich wie immer dankbar.

Für alle Frischgeplagten: Lest Euch unbedingt den Beitrag viewtopic.php?f=23&t=1829 durch.

Gruß Sven01


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 10. Jul. 2013, 16:12 
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Registriert: 10. Jun. 2013, 08:42
Beiträge: 9
Hallo,
Ich habe nochmal eine taktische Frage an Herrn Buschinger: Wenn ich nun plane den Estrich zu öffnen und das Nest zu entfernen,wäre dies so schnell wie möglich sinnvoll oder sollte man auf die Winterruhe warten? Gibt es da sonst noch etwas zu beachten?

Gruß Sven 01


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 13. Jul. 2013, 12:51 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1381
Wohnort: Reinheim
Hallo Sven01:

Ködern bringt im Moment wohl nicht viel; die Tiere finden im Freien genügend Nahrung.
Deshalb fallen jetzt auch kaum Arbeiterinnen im Haus auf, nur die geflügelten, und die sind nun bald weg; die Schwarmzeit von L. brunneus ist weitgehend beendet.

Wenn es Ihnen gelingt, das Bauwerk trocken zu bekommen, dürften die Ameisen unter Umständen tatsächlich von alleine ausziehen. - Im Frühjahr können Sie durch giftfreie Köder feststellen, ob sich noch ein Volk im Haus befindet.

Vielleicht können Sie es sich damit ersparen, den Estrich zu öffnen.

MfG,
A. B.


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 21. Jul. 2013, 18:59 
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Registriert: 21. Jul. 2013, 18:46
Beiträge: 1
Hallo,

ich bin neu hier: wir haben gestern Ameisen im Obergeschoß entdeckt, nach dem was ich bisher gelesen habe, könnten dies auch L.brunneus sein. Sie laufen vereinzelt durchs Bad, primär an den Wänden entlang, aber auch im Flur und in 2 Zimmer. Mein erster Eindruck ist: sie kommen aus dem zwischen Laminat und Wand befindlichen Schlitzen. Ich kann aber nirgends eine Ameisen-Straße entdecken. Habe heute die Hausaussenwände inspiziert, aber nichts gefunden.

Ich habe zunächst mal Natron und Backpulver nach Entfernen einiger Fußleisten in diese Schlitze gebracht.

Im obigen Beitrag habe ich gelesen, dass Feuchtigkeit entfernt werden muss. Bedeutet dies, dass auch in unserem Haus feuchte Stellen sein müssten? Wir haben keine Fußbodenheizung und Feuchtigkeit ist mir bisher nirgendwo aufgefallen.

Für mich stellt sich auch die Frage, ob wir hier nur vereinzelt Ameisen vorgefunden haben oder ob das jetzt der Anfang eines möglicherweise sehr großen Problems ist.

Für jegliche Ratschläge bin ich sehr dankbar.
Grüße,
E.Sp.


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 Betreff des Beitrags: Re: L.brunneus(?)-ein Erfahrungsbericht / Ja, L. brunneus
BeitragVerfasst: 22. Jul. 2013, 09:25 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 765
Hallo,

auch wenn Sie es in "Ratgebern" immer wieder lesen können: Backpulver bringt nichts.
Feuchtigkeit in der Bausubstanz spielt meist eine Rolle, muss aber nicht zwangsläufig vorhanden sein. Die Ameisen können das notwendige Wasser auch selbst herbeischaffen.
Die vereinzelt auftretenden Ameisen sind sicher ein Indikator, dass ein Nest im Haus vorhanden ist. Bieten Sie den Tieren mal etwas Zuckerwasser an. Vermutlich wird sich dann eine Ameisenstraße bilden, die Sie verfolgen können.

Viele Grüße
G. Heller


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