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 Betreff des Beitrags: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 14. Jun. 2020, 12:44 
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Registriert: 30. Jun. 2018, 17:40
Beiträge: 13
Hallo Ameisenforum,

bitte um Bestimmungshilfe: Spanien, Costa Brava, l´Escala, Parc Natural del Montgri, küstennaher Pininewald, 2 Exemplare aus einer Ameisenstraße. 30.5.2019, ca. 3-4 mm.

Leider ist das Bild stark beschnitten - ich hoffe, dass die relevanten Merkmale zu sehen sind.

Liebe Grüße,
Ingo


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ameisen---Copy-klein.jpg
ameisen---Copy-klein.jpg [ 241.28 KiB | 4079-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 14. Jun. 2020, 14:24 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1440
Wohnort: Reinheim
Hallo Ingo,

Ich fürchte, Sie werden in D kaum jemanden finden, der diese Ameisen aus dem Handgelenk benennen kann.
Hier gibt es eine Liste aller in Spanien vorkommenden Ameisengattungen und Arten: https://antwiki.org/wiki/Spain

Sie können jeden der Namen anklicken, dann öffnet sich eine Seite, zumeist mit Bildern der jeweiligen Art.
Hilfreich ist es, wenn Sie schon mal die Unterfamilien unterscheiden können; dann müssen Sie weniger Arten durchmustern.
Es könnte sich um eine Angehörige der UF Formicinae handeln; vielleicht Gattung Lasius, aber das sind immer noch recht viele Arten.

MfG,
A. Buschinger

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!!! EINHEIMISCHE HAUSAMEISEN SIND KEINE SCHÄDLINGE per se !!! - Sie nutzen nur Baufehler bzw. Bauschäden zur Anlage ihrer Nester. Dies ist anders bei Exoten wie Pharaoameise, Pheidole spp. usw..


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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 14. Jun. 2020, 16:26 
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Registriert: 30. Jun. 2018, 17:40
Beiträge: 13
Hallo Herr Buschinger,

vielen Dank für den informativen Link. Ich sehe ein, dass das Ganze sowohl meine Foto-Qualität als auch meine Bestimmungsfähigkeiten weit übersteigt. Die Präparate sehen im Vergleich mit Lebendaufnahmen auch ganz schön anders aus...
Mein Schnellschuss wäre Lasius brunneus, wobei breitblättrige Bäume (Hinweis aus antwiki) am Fundort nicht im Übermaß vorhanden waren - eher Pinien mit vereinzelten Laubbäumen.

Bin froh, dass ich zumindest eine Ahnung von der Komplexität bekommen habe.

Liebe Grüße,
Ingo


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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 15. Jun. 2020, 08:29 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1440
Wohnort: Reinheim
Hallo Ingo,

So ist mein Hinweis auf die Unzahl möglicher Arten auf fruchtbaren Boden gefallen! - Antwiki wird hauptsächlich von Amerikanern (und einem Australier) betrieben. Die stützen sich auf Literatur und haben kaum direkte Kenntnis der europäischen Ameisenfauna. Es ist richtig, dass L. brunneus Laubbäume gegenüber Nadelbäumen bevorzugt, im Freiland, im Wald. Bei uns ist sie daneben auch gerne in Parks und Gärten, auch ohne hohen Bewuchs. Nester leider auch in Gebäuden, siehe Beiträge dazu in unserem Forum. Bei mir im Garten beläuft sie auch eine große Waldkiefer.

Lasius-Arten nach Fotos zu bestimmen, ist fast unmöglich. Zuerst müsste man das Hinterende scharf sehen können: Um den After sitzt bei den Formicinen ein Borstenkranz (Acidoporus). Der Rest ist dann überwiegend die Beurteilung von Borsten an bestimmten Stellen der Beine und Fühler. Fehlt der Acidoporus, gehören die Tiere zu einer anderen Unterfamilie!

Ich bin jetzt 80, und beschäftige mich mit Tieren, v.a. Insekten, und in der Forschung mit Ameisen seit ca. 1960. Inzwischen wurden zahlreiche Arten umbenannt, aufgespalten und neu beschrieben. Ich habe immer größere Probleme, schon deutsche Arten einiger großer Gattungen sicher zu bestimmen. Dazu gehört auch die Gattung Lasius, abgesehen von ganz wenigen eindeutig erkennbaren Arten.

Moderne Bestimmungsliteratur, z. B. B. Seifert (2017) „The Ants of Central and North Europe“, verlangt akribische Messungen an sorgfältig aufgeklebten Individuen (immer mehrere pro Kolonie!), Berechnung von Indices (z. B. Länge des Fühlerschafts : Kopfbreite), Gemessen unter 80 bis 200-facher Vergrößerung (so ein teures Mikroskop kann sich nicht jeder leisten), oft statistische Berechnungen, und dann werden immer häufiger auch Kreuzungsprodukte verschiedener Arten entdeckt. Das ist sogar mir zu aufwendig, etliche Stunden zu investieren, nur um den Namen einer Art zu ermitteln. Es lohnt nur, wenn es wirklich notwendig ist, den exakten Namen zu haben, etwa wenn es sich um einen lästigen/ schädlichen Befall handelt, oder wenn man über die Lebensweise einer Art forschen möchte.
Ein Beispiel ist eine neue Revision der paläarktischen Gattung Lasius: http://soil-organisms.org/index.php/SO/ ... ew/119/110
Das ist nicht nur für Hobby-Myrmekologen geradezu abschreckend!

Viele Grüße,
Ihr A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 16. Jun. 2020, 15:07 
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Registriert: 07. Jul. 2005, 10:19
Beiträge: 771
Ich denke, das sind die "Argentinier" (Linepithema humile). Die Augen befinden sich nahe der Fühlereinlenkung. Bei Lasius sitzen sie dagegen viel weiter oben am Kopf.

Viele Grüße
Gerhard Heller


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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 17. Jun. 2020, 15:39 
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Registriert: 26. Apr. 2004, 10:34
Beiträge: 1440
Wohnort: Reinheim
Danke, Herr Heller!

Auf das Merkmal habe ich tatsächlich nicht geachtet. Es hätte einige Spekulation um Lasius vermieden.
Eine Dolichoderine hatte ich auch in Betracht gezogen, doch fehlte mir die "Hinteransicht".

Viele Grüße,
Ihr A. Buschinger

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 Betreff des Beitrags: Re: Bestimmung Spanien - Costa Brava
BeitragVerfasst: 22. Aug. 2020, 12:43 
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Registriert: 30. Jun. 2018, 17:40
Beiträge: 13
Habe erst jetzt gesehen, dass meine Bestimmungsanfrage weiter diskutiert wurde - das freut mich sehr!

Ganz herzlichen Dank an Herrn Heller und Herrn Buschinger.

Viele Grüße,
Ingo


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